Die Lösungsfokussierung

Ursprünglich wurde die Lösungsorientierung (Solutions Focused Therapy) von Insoo Kim Berg und Steve de Shazer zur Einleitung von Veränderungen im therapeutischen Kontext entwickelt. Schnell hat sich herausgestellt, dass der Ansatz so gut ist, dass er auf Organisationen, politische Institutionen und Schulen übertragen worden ist.

Problem und Lösung des Problems sind voneinander unabhängig

Die Fakten gehören alle zur Aufgabe, nicht zur Lösung (Tractatus logico-philosophicus, Wittgenstein). Für die Lösung sind die Tatsachen also unwichtig, es ist unwichtig, wie es zum Streit gekommen ist, vielmehr ist wichtig, wie man wieder herausfindet. Dazu muss man wissen, wohin man will.

Streng genommen gibt es objektiv überhaupt keine Probleme, die Beteiligten konstruieren sie selbst. Das heißt, dass wir unsere Konstrukte, unsere Sichtweise ändern müssen, um zu unserer Lösung kommen zu können. Wenn wir am Probem festklammern, sind wir zu einer Lösung unfähig. Dazu müssen wir die Verantwortung für unser Erleben annehmen, nicht anderen zuschieben wollen. Wir können Veränderungen erst einleiten, wenn wir wissen, dass wir die Verantwortung für unser eigenes Leben selbst tragen.

Wer ein Problem definieren kann, kennt auch die Lösung dazu

Wenn jemand eine Tatsache als ein Problem definieren kann, hat er auch die Lösung des Problems dazu. Er weiß, wie der bessere Zustand wäre, sonst würde er den momentanen Zustand nicht als Problem definieren können.

Das lösungsfokussierte Vorgehen geht davon aus, dass jeder die nötigen Ressourcen selbst in sich hat, um seine persönlichen Lösungen in die Tat umzusetzen. Selbstverständlich müssen die Lösungen realistisch sein. Ein 70jähriger Mensch wird sicherlich nicht mehr Olympiasieger im Marathon werden können, aber auch seine Grenzen kennt jeder Mensch selbst besser als es ein Außenstehender wissen kann.

Der erste Schritt: Die Erinnerung an die eigenen Ressourcen

Jeder Mensch hat schon Lösungen gefunden, hat schon Probleme überstanden und hat Eigenschaften und Talente entwickelt

Copyright 2010 bis 2012

Print